Wir sind Solarstromverkäufer!

Hier kann man ja nachlesen, dass wir seit Mitte Juni eine schicke Photovoltaikanlage von Schott Solar auf dem Dach haben. Bei der Anschaffung der Anlage galt es ja schon das ein oder andere zu beachten, dazu kann man in einschlägigen Internetforen einiges nachlesen. Heute möchte ich mal auf das Thema Steuern eingehen. Man liest nämlich soviel darüber in den bereits erwähnten Foren und mindestens genau soviele Empfehlungen dazu habe ich aus meinem Bekanntenkreis gehört.

Immer wenn es um Dinge geht, die mit dem Finanzamt zu tun haben, ist mir immer irgendwie etwas mulmig. Nun lange Rede, gar kein Sinn… Wenn man eine Photovoltaikanlage betreibt ist man gleichzeitig Unternehmer. Unser Unternehmen, mit der Unternehmensbezeichnung „Bauke Photovoltaik“ verkauft den produzierten Strom nämlich an die Stadtwerke Hamm. Was mussten wir also tun um deshalb keinen Stress mit dem Finanzamt (Finanzamt Hamm) zu bekommen? Richtig, die ganze Sache muss dem Finanzamt gemeldet werden. Dazu habe ich „den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ nach dem Muster des Photovoltaikwiki’s am Bildschirm ausgefüllt und an das Finanzamt geschickt. Gaaanz wichtig dabei ist, dass man auf die „Anwendung der Kleinunternehmerregelung“ verzichtet! Das hat zwar zum Nachteil, dass man zunächst in jedem Monat eine Umsatzsteuervoranmeldung machen muss, aber der alles entscheidende Vorteil ist, dass man die Mehrwertsteuer, die man bei der Anschaffung der Anlage bezahlt, komplett erstattet bekommt! Die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung kann man übrigens nur online per Elster Formular oder Elster Online machen. Ich nutze das letztere mit Signatur-Datei. Saubere Sache, denn mit der Signatur kann man alles online „unterschreiben“. Habe ich schon vor Jahren beantragt, denn so kann ich auch meine Einkommenssteuererklärung komplett ohne Papier machen! Die Umsatzsteuervoranmeldung muss bis zum 10. des Folgemonats erledigt sein, also für den Monat Juli bis zum 10. August. Nach ca. einem Jahr kann man die Voranmeldung übrigens quartalsweise und noch später dann jährlich durchführen.

Ich habe ca. vier Wochen nachdem ich den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ an das Finanzamt geschickt habe, eine Bestätigung über die Erlaubnis zum Vorsteuerabzug und eine neue Steuernummer erhalten. Diese Steuernummer muss ich jetzt auch bei zukünftigen Einkommenssteuererklärungen benutzten.

Ende Juni habe ich dann die erste USt-Voranmeldung gemacht, die mit dem dicken Vorsteuerabzug für die Anschaffung der Photovoltaikanlage. Gestern also rund vier Wochen später habe ich dann endlich die Steuererstattung auf meinem Konto gehabt. Gaaanz wichtig war bei der ersten Voranmeldung aufgrund der Höhe der abzugsfähigen Summe übrigens, dass man gleich die Rechnung als Beleg an das Finanzamt schickt. Bei anderen abzugsfähigen Rechnungen, wie z.B. bei der Rechnung für meine Anlagenüberwachung mit SolarView@FritzBox kann man auch ohne einen Beleg einzureichen, die Umsatzsteuer abziehen. Man muss den Beleg natürlich aufbewahren um diesen bei einer eventuellen Steuerprüfung mal vorzeigen zu können!

Zukünftig bekomme ich übrigens nur noch selten Geld (in Form einer Umsatzsteuererstattung) vom Finanzamt, denn fortan muss ich die Anmeldung nämlich machen, damit die Umsatzsteuer, die zusätzlich zur Einspeisevergütung an mich gezahlt wird, direkt an das Finanzamt abgeführt werden kann. Ich habe dem Finanzamt dazu eine Einzugsermächtigung erteilt, damit die das Geld direkt bei mir einziehen können.

Eine Sache noch, zur der man auch überall unterschiedliche Meinungen liest. Ich habe KEIN Gewerbe für die PV-Anlage angemeldet. Bei uns in Hamm muss man das für eine PV-Anlage nämlich nicht, in anderen IHK-Bezirken kann das anscheinend durchaus anders sein…

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